Makler, Mehrfachagent oder gebundener Vermittler – die Qual der Wahl

Die meisten mit dem Abschluss Versicherungsfachmann/-frau werden in der Regel als Versicherungsvermittler arbeiten. Genauer gesagt werden sie als Mehrfachagent mit verschiedenen Gesellschaften Vermittlerverträge abschließen. Aber was ist die bessere Wahl und was steht hinter den Begriffen Vermittler, Makler, Mehrfachagent?

Grundsätzlich kann man sagen, das alle Gruppen die gleichen Produkte verkaufen können. Wobei der Begriff „Produkte“ sich auf Oberbegriffe wie Riester, Rürup, Lebensversicherung, Rentenversicherung usw. bezieht. Das ist insofern wichtig, als das der Versicherungsvertreter/Vermittler für einen einzigen Konzern arbeitet und an dessen Produkte gebunden ist. Im Gegensatz dazu können Makler und Mehrfachagent auf die Produkte vieler Gesellschaften zurückgreifen. Grundsätzliche Unterschiede bestehen jedoch in der Frage der Haftung.

Was ist ein Versicherungsvertreter/Vermittler?

Vorab sei noch kurz erwähnt, das der Begriff Vermittler sich im Volksmund auf alle 3 Gruppen bezieht. Der Kunde empfindet alle als Versicherungsvermittler. Der klassische Vermittler oder Versicherungsvertreter ist bei einer Gesellschaft angestellt oder arbeitet in den meisten Fällen als selbständiger Vermittler für eine einzige Gesellschaft. Er vermittelt ausschließlich die Produkte dieser Gesellschaft.
Allerdings muss man auch hier einige Ausnahmen berücksichtigen. Ein Vermittler kann auch die Produkte mehrerer Gesellschaften vermitteln, wie es zum Beispiel bei einem Bankberater der Fall ist. Er ist hier aber an die Vorgaben seines Arbeitgebers gebunden und kann nur die Produkte verkaufen, die von seiner Bank angeboten werden, bzw. von den Gesellschaften, mit denen die Bank Verträge abgeschlossen hat.

Der Mehrfachagent

Die häufigste Form, die gewählt wird, sobald man die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann / zur Versicherungsfachfrau bestanden hat, ist der Mehrfachagent. Dies ist die Form, die von den vielen Strukturen angeboten wird. Es werden mit ausgewählten Gesellschaften Vermittlerverträge abgeschlossen. Auch wenn man sich gerne als unabhängiger Vermittler bezeichnet, so ist man hier aus rechtlicher Sicht nicht unabhängig und arbeitet auch nicht für den Kunden. Man ist ein Versicherungsvertreter, der an seine Gesellschaft und deren Produkte gebunden ist. In diesem Falle einfach nur an mehrere Gesellschaften. Man arbeitet für die Gesellschaften und hat die Interessen der Gesellschaften zu vertreten, nicht die der Kunden. So sagt man das seinem Kunden natürlich in den allermeisten Fällen nicht. Aber man sollte sich dessen, schon aus Gründen der Haftung, immer bewusst sein.

Der Makler

Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten Formen ist der Makler wirklich ein freier Vermittler. Er arbeitet auch nicht für die Gesellschaften, sondern im Auftrag des Kunden. Mit diesem schließt er einen Maklervertrag ab, in dem das genaue Verhältnis zwischen Makler und Versicherungsnehmer definiert ist. Der Makler kann so auch aus rechtlicher Sicht neutral beraten und dem Kunden das geeignetste Produkt heraus suchen. Das hört sich im ersten Moment natürlich sehr verlockend an und da fragt sich so mancher, warum er denn nur für einige Gesellschaften arbeiten soll und gar nicht wirklich für den Kunden, wie er es doch immer in seinen Beratungsgesprächen propagiert. Allerdings darf man die Haftung nicht aus den Augen lassen. Zwar haften grundsätzlich alle für eine Fehlberatung, aber der Makler hat ein größeres Haftungsrisiko, da er für den Kunden arbeitet und abhängig vom Maklervertrag mehr Pflichten dem Kunden gegenüber hat.

Egal für welche Form man sich letztlich auch entscheidet, sofern man überhaupt die Wahl hat, man ist nie haftungsfrei bei fahrlässiger Falschberatung. Es müssen sich auch alle in das Vermittlerregister eintragen und festlegen, ob sie gebunden oder ungebunden arbeiten. Vor einer Beratung muss dem Kunden auch mitgeteilt werden, ob man neutral vermittelt oder für bestimmte Gesellschaften.

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