Ausbildung und Prüfung zum Versicherungsfachmann IHK

Seit 2008 darf niemand mehr ohne einen Sachkundenachweis und einer Erlaubnis der IHK Versicherungen vermitteln. Die Sachkundeprüfung, die der Erlaubnis vorausgeht, wird vor der IHK abgelegt. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Im Grunde ist beides nicht wirklich schwer, wenn man sich einigermaßen auf die Prüfung vorbereitet hat. Diese Vorbereitung kann sehr unterschiedlich aussehen und auch unterschiedlich viel kosten.

Ganz billig ist die Sache nicht. Die Ausbildung kann schnell mal 1000,00 EUR kosten. Wenn man in der Lage ist, alleine zu lernen, dann kann man es natürlich auch deutlich günstiger bekommen. Nicht verhandelbar sind dagegen die Gebühren der IHK.
In meinem Falle waren es 300,00 EUR Prüfungsgebühr und 265,00 EUR für die Erteilung der Erlaubnis nach §34 d und dem Eintrag in das Vermittlerregister. Sollte man beim ersten Durchlauf nicht bestehen, dann besteht die Möglichkeit einer Nachprüfung, die dann mit weiteren 150,00 EUR zu Buche schlägt. Auch bei Nichterscheinen zur angemeldeten Prüfung behält sich die IHK vor 50% der Prüfungsgebühr einzubehalten. Man sollte also einen wirklich guten Grund haben, wenn man nicht erscheint.
Die schriftliche Prüfung erfolgt dann am PC mit einem Programm, das der Prüfungssimulation vom MEYDOT.NET Ausbildungstrainer recht ähnlich ist.

Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Ausbildung, die unterschiedlich viel kosten und auch unterschiedlich lange dauern.

  • Ausbildung im Büro
  • Diesen Weg bin ich mit einigen meiner Kollegen gegangen. Alle 14 Tage kam ein anerkannter Ausbilder der IHK in unser Büro und hat Freitags von 9 – 18 Uhr und Samstags von 9 – 15 Uhr den Unterrichtsstoff durchgenommen und uns Ordner mit Handouts auf den Weg gegeben. Einen Teil der Kosten hat die Stuttgarter Versicherungsgesellschaft übernommen und einen Teil mussten wir selber zahlen.

  • Online-Lehrgänge
  • Auch Online kann man den gesamten Stoff vermittelt bekommen und lernt dabei mit Kollegen oder auch alleine. Der Vorteil liegt darin, das man es zuhause nebenbei machen kann. Die Kosten sind in der Regel geringer, als wenn ein Ausbilder vor Ort ist. Dafür kann man aber auch nicht einfach den Finger heben, wie man es noch aus der Schule kennt, und eine Frage stellen.

  • Unterrichtsmaterial per Post
  • Man kann sich natürlich auch das gesamte Material nach Hause schicken lassen. Dabei sollte man den Stoff aber nicht unterschätzen. Oftmals sind Fragen aus den Übungsaufgaben so unverständlich oder auch zweideutig gestellt, das sie mehr verwirren als etwas beantworten. Diesen Weg sollte man nur gehen, wenn man autodidaktisch lernen kann oder sich mit Kollegen zum gemeinsamen Üben treffen kann. Ein weiterer Vorteil hier ist, das man die Ausbildung in tragbaren Raten bezahlen kann.

  • Freies lernen
  • Sicherlich der schwerste Weg, aber er ist natürlich auch möglich. Man kann sich den gesamten Lehrstoff im Internet besorgen. Auch Trainingssoftware mit Prüfungsfragen kann hier unterstützen. Dieser Weg sollte aber nur beschritten werden, wenn man in der Lage ist selbständig zu lernen und diszipliniert am Lehrstoff arbeitet.

Wie läuft die schriftliche Prüfung ab?

Die gesamte Prüfung ist in zwei Tage unterteilt. Am ersten Tag erfolgt der schriftliche Teil, der wiederum im zwei Teil unterteilt ist. Der erste Teil besteht aus ca. 70 Fragen und der zweite Teil aus ca. 50 Fragen.
Um zu bestehen muss man möglichst in jedem Sachgebiet mindestens 50% richtig haben. Eines der Sachgebiete darf ein Ausreißer mit 30% sein.

Teil 1: 90 Minuten

  • Sachgebiet A
  • Dieser Bereich besteht aus Private Vorsorge durch Lebens-, Renten-, Berufsunfähigkeitsversicherung, Gesetzliche Rentenversicherung und Grundzüge der betrieblichen Altersversorgung (Direktversicherung und Pensionskasse durch Entgeltumwandlung)

  • Sachgebiet B
  • Unfallversicherung und Krankenversicherung/Pflegeversicherung

  • Sachgebiet C
  • Rechtliche Grundlagen für die Versicherungsvermittlung

20 Minuten Pause

Teil 2: 70 Minuten

  • Sachgebiet D
  • Verbundene Gebäudeversicherung und Verbundene Hausratversicherung

  • Sachgebiet E
  • Haftpflichtversicherung, Kraftfahrtversicherung und Rechtsschutzversicherung

Die mündliche Prüfung

Dieser Teil kommt am zweiten Tag und vermutlich ist es auch gleichzeitig der Teil, vor dem die Prüflinge die größte Angst haben. Aber die 20 Minuten sind so unglaublich schnell um, das man es kaum glauben mag. Gerade angefangen muss man auch schon wieder aufhören. Ich dachte wirklich der Prüfer unterbricht mich, weil ich Unsinn reden würde, dabei waren die 20 Minuten um und ich hatte die Prüfung geschafft.

Der Inhalt der mündlichen Prüfung ist ein Beratungsgespräch mit einem Kunden. Dazu setzt sich einer der 3 Prüfer im Raum neben den Prüfling und spielt den Kunden. Man kann sich sehr gut auf diese Prüfung vorbereiten, da es nur 12 Fälle gibt, die man auch im Lehrgang schon bekommt.
Es geht in der Prüfung nicht darum, einen Abschluss zu erzielen. Wie weit man im Gespräch kommt, ist egal. Konzentriert euch einfach auf die Fragen des Prüfers und geht euer Konzept durch. Eine gute gedruckte Verkaufsführung darf in der Prüfung benutzt werden und bildet einen hervorragenden Leitfaden, an dem man sich entlang hangeln kann.

Foto: Dirk Schumann – Fotolia.com

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