Der Ausschließlichkeits-Vermittler – Vorteile und Nachteile

Wer im Bereich Versicherungen tätig sein möchte, der macht sich im Vorfeld natürlich Gedanken, was er denn genau möchte und welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind. Seit 2008 wurde die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann IHK eingeführt und für die Vermittlung von Versicherungen ist eine Erlaubnis nach §34d GewO erforderlich. Diese wird von der zuständigen IHK erteilt. Im gleichen Zuge ist auch eine Eintragung in das Vermittlerregister vorgeschrieben. Aber ist das wirklich bei allen Formen der Tätigkeit in der Versicherungsvermittlung erforderlich?

Die Definition des Ausschließlichkeitsvermittlers

Der Ausschließlichkeitsvermittler ist im Gegensatz zum Makler und Mehrfachagent nur für eine einzige Versicherungsgesellschaft tätig. Er hat ausschließlich die Interessen dieser Gesellschaft zu vertreten und vermittelt ausschließlich Produkte dieser einen Gesellschaft.
Ein großer Vorteil hierbei ist aber auch, das die Gesellschaft in der Regel die Haftung für Beratungsfehler übernimmt. Besonders interessant ist hier §34d Abs. 4 der GewO, der folgendes besagt:

(4) Keiner Erlaubnis bedarf ein Versicherungsvermittler nach Absatz 1 Satz 1, wenn

  1. er seine Tätigkeit als Versicherungsvermittler ausschließlich im Auftrag eines oder, wenn die Versicherungsprodukte nicht in Konkurrenz stehen, mehrerer im Inland zum Geschäftsbetrieb befugten Versicherungsunternehmen ausübt und
  2. durch das oder die Versicherungsunternehmen für ihn die uneingeschränkte Haftung aus seiner Vermittlertätigkeit übernommen wird.

Das bedeutet, das der Ausschließlichkeitsvermittler in aller Regel keine Erlaubnis nach §34d benötigt und demnach auch keine Sachkundeprüfung ablegen muss. Die Registrierung im Vermittlerregister ist allerdings trotzdem erforderlich und die Gebühren dafür übernimmt die Versicherungsgesellschaft. Dieser Absatz sagt aber auch aus, das man sich nicht auf eine einzige Gesellschaft beschränken muss. Die Produkte dürfen aber nicht vergleichbar sein. So besteht aber zumindest die Möglichkeit bei einer Gesellschaft die Lebensversicherungen abzudecken und mit einer anderen das Sachversicherungsgeschäft. Jede dieser Gesellschaften muss dann aber die Übernahme der Haftung erklären.
So ist ein sehr kostengünstiger Einstieg in das Versicherungsvermitterleben möglich und jeder kann seine ersten Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln. Eine spätere Fortbildung ist natürlich immer möglich und der Ausschließlichkeitsvermittler kann der Anfang einer lukrativen Karriere sein.

Die Nachteile des Ausschließlichkeitsvermittler

Ein ganz erheblicher Nachteil ist die Bindung an eine einzige Gesellschaft. Dadurch ist die Auswahl der Produkte ebenfalls deutlich eingeschränkt und man hat sich an die Produkte und Weisungen seines Versicherungsunternehmens zu halten.
Ein kundenoptimierte Beratung kann daher nur im Rahmen begrenzter Möglichkeiten erfolgen. Während Makler und Mehrfachagent aus einem Pool das beste Produkt für den Kunden wählen können, kann der Ausschließlichkeitsvermittler nur das anbieten, was ihm seine Gesellschaft zur Verfügung stellt.
Dieser vermeintliche Nachteil lässt sich aber auch kompensieren, indem man sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert. Hierbei wählt man aus bestimmten Sparten die konkurrenzfähigsten Produkte seiner Gesellschaft aus und bewirbt diese ganz gezielt.
Auch spezifische Aktionen sind eher möglich, wenn man sich auf spezielle Produkte konzentriert. Zum Beispiel ist eine Spezialisierung auf die betriebliche Altersversorgung möglich und dabei wird ganz gezielt der Kontakt zu Firmen gesucht. Wer sich in diesem Bereich das nötige Wissen aneignet, der kann in die Firmen gehen und den Geschäftsführern und Angestellten die Vorteile vermitteln und bekommt damit auch gleichzeitig einen Fuß in die Türen der Angestellten. Dort kann er dann seine Produkte im privaten Bereich anbieten.

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